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Palästina im ersten Jahrtausend und der NeuzeitNach der Teilung des römischen Reiches in ein Westreich (Rom) und ein Ostreich (Byzanz), gelangte Palästina unter den Einfluß von Konstantinopel (Byzanz). Byzanz wurde im Jahre 325 von Kaiser Konstatin zur Hauptstadt des Ostreiches gemacht und das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Um 570 wird Mohammed aus der Familie der Koraisch in Mekka geboren. Nach islamischer Überlieferung beginnen im Jahr 610 die Offenbarungen des Erzengel Gabriel ("Dschibiril"). 622 flieht Mohammed vor seinen Gegnern aus Mekka in die Oase Yathrib (Medina). Mo-hammed vertreibt die jüdischen Stämme aus Medina und gewinnt mehrere Beduinenstämme für den Kampf gegen Mekka. 630 ziehen Mohammed und seine Anhänger kampflos in Mekka ein und reinigen die Kaaba von Götzenbildern. Im Jahr 632 stirbt Mohammed in Medina. Abu Bakr, Schwiegervater Mohammeds, wird von 632 bis 634 erster "Kalif" (Statthalter Allahs auf Erden). In den Jahren 634 bis 644 erobert der zweite Kalif Omar die gesamte arabische Halb-insel, sowie Palästina. Jerusalem und große Teile Syriens fallen in arabische Hand. Jerusalem wird neben Mekka und Medina wichtigstes Zentrum des Islam. Der Islam dehnt sich unter der Herrschaft der Omayaden in den folgenden Jahren (707 bis 715) über Nord-Afrika bis nach Spanien aus. Nach einem Aufruf des Papstes Urban II im Jahre 1095 beginnen die ersten Kreuzzüge, die bis ins Jahr 1270 dauern. Im Jahr 1099 eroberten Kreuzritter aus Europa unter Gottfried Bouillon Jerusalem. Die Kreuzritter gründen mehrere Staaten im Nahen Osten: Königreich Jerusalem, Grafschaft Tripolis, Fürstentum Antiochia, Königreich Zypern,...1187 schlägt der kurdische Sul-tan Salah-du-Din (Saladin) das Kreuzritterheer bei Hittin am See Genezareth und erobert Jeru-salem für den Islam. 1517 wird Palästina Provinz des osmanischen Reiches, der türkische Sultan Selim I. nimmt den Titel des Kalif an. Das Osmanische Reich erreicht im 17. Jhdt. Seine größte Ausdehnung und reicht von Algerien über Ägypten, Syrien, Anatolien, Kroatien und Ungarn bis an die Grenzen von Österreich. 1798 landet Napoleon in Ägypten und besiegt die Mamluken. Die französi-sche Flotte wird bei Aboukir von den Engländern besiegt und Napoleon tritt daraufhin den Rückzug an. 1869 eröffnet Ismael von Ägypten den Suezkanal. 1878 besetzen die Briten Ägypten und er-klären es zu Beginn des Ersten Weltkrieges zu ihrem Protektorat. Juden in EuropaIm Europa des 17. Jahrhunderts mußten Juden in eigenen Wohnvierteln (Ghettos) leben und hatten die Pflicht ungewöhnliche Hüte oder aufgenähte Stoffmarken zu tragen. Die Juden hatten nicht die Möglichkeit ihren Beruf frei zu wählen, sondern sie wurden in ihrer Berufswahl stark eingeschränkt. Zunächst durften sie nicht in der Landwirtschaft tätig werden, später wurden auch bestimmte Handwerksberufe für Juden verboten. So wurden die meisten Juden Händler oder Geldverleiher, was in der damaligen Zeit keine ehrbaren Berufe waren. Die fran-zösische Revolution führte zu einer Gleichberechtigung der Protestanten und später auch der Juden gegenüber den anderen Mitbürgern. An der Schwelle zum 19. Jahrhundert beginnt für die Juden in West- und Mitteleuropa die Zeit der Emanzipation, was nicht nur zu mehr Rech-ten, sondern auch zu mehr Pflichten führte. Diese Pflichten (z.B. Militärdienst) wurden von vie-len Juden gerne geleistet. Erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erwuchs aus verschiedenen Quellen die moderne jüdische Nationalbewegung, der Zionismus. Wegen Pogromen und anwachsendem Antisemi-tismus in Europa stieg die jüdische Einwanderung nach Palästina ständig an. In Rußland bilde-te sich daher eine Bewegung, die die Rückkehr nach Israel und die Rückbesinnung auf die Landarbeit als Mittel zur Erneuerung des jüdischen Volkes verstand. Aus ihr ging die erste Ein-wanderungswelle, Alija (hebräisch: Aufstieg nach Zion), in den Jahren 1882 bis 1904 hervor. Diese ersten etwa 25-30000 Pioniere waren weniger an einer Staatsgründung als an der Errich-tung einer eigenständigen landwirtschaftlichen Lebensgrundlage interessiert. Um diese Zeit leben ca. 450000 Menschen im heiligen Land, 426000 palästinensische Araber und 24000 Ju-den. Ein für die Zionistische Bewegung entscheidendes Ereignis ist die Dreyfus-Affäre in Frankreich 1894. Der französische Offizier und Jude Dreyfus saß jahrelang unschuldig im Gefängnis, nachdem er verdächtigt wurde für Deutschland spioniert zu haben. Im Jahr 1894 fand in Paris ein Prozeß statt, in dem über das weitere Schicksal des unschuldig verurteilten Dreyfus ent-schieden werden soll. Diesem Prozeß verfolgt Theodor Herzl als österreichischer Journalist und nutzt ihn um grundsätzlich über die Situation der Juden in der Diaspora (Zerstreuung) nachzu-denken. In den folgenden Jahren schreibt er das Buch "Der Judenstaat. Versuch einer mo-dernen Lösung der Judenfrage", in dem er ausführt, daß -nur ein eigener, jüdischer Staat dazu führen kann, daß die Juden ihre Identität und Unabhängigkeit finden. Im Jahr 1897 fin-det dann der Gründungskongreß der Zionistischen Bewegung in Basel statt. Auf die erste Einwanderungswelle folgten noch vier weitere vor der Staatsgründung 1948. Auch die zweite Alija (1904 bis 1914) mit 35-40000 Einwanderern kam vorwiegend aus Ruß-land.Sie verließen ihre Heimat wegen der Pogrome und der gescheiterten Revolution von 1905. Diese Männer und Frauen waren vor allem Intellektuelle und Mittelständler, die sozialre-formerisch und sozialrevolutionär eingestellt waren. Sie legten die Basis für die ersten Kibbuz-Gründungen und die erste Stadtgründung (Tel Aviv 1909). Die dritte Alija (1919 bis 1923) brachte Einwanderer vorwiegend aus Polen und Rußland, etwa 35000. Sie verfochten das zionistische Ideal des politischen Aufbaus einer gemeinwirtschaftlichen Landwirtschaft. Die vierte Welle (1924 bis 1931), ebenfalls vorwiegend aus Polen und der Sowjetunion, umfaßte etwa 80000 Menschen. Sie waren eher bürgerlich und privatwirtschaftlich eingestellt und lie-ßen sich in den Städten Tel Aviv, Haifa und Jerusalem nieder. Mit der fünften Einwanderungs-welle (1932 bis 1938) kamen etwa 20000 Menschen vornehmlich als Flüchtlinge aus Deutsch-land und Mitteleuropa. Viele waren Akademiker, vor allem Ärzte und Juristen. In den Jahren zwischen 1939 und 1945 gelang noch etwa 80000 Menschen, vorwiegend aus Deutschland, Polen, der Tschechoslowakei, Rumänien, Ungarn und Österreich, die Flucht in das von der britischen Mandatsregierung verwaltete Palästina. |